Baby

Abstillen – eine letzte Chance

Ich liebe es dich zu ernähren. Mein Körper ganz alleine schafft das, ich bin stolz. Und doch merke ich, dass es für dich ein Kampf ist und für mich immer mehr zum Kampf wird. Nie hätte ich gedacht dass es auch so etwas gibt. Babys die sich gegen die Brust wehren. Nein nicht nur in der Brustschreiphase oder im Stillstreik sondern seit der 12. Woche kämpfen wir bei fast jeder Stillmahlzeit. Hunger. Andocken, abdocken, schreien, andocken, saugen und wieder ab, schreien. Milchspenderreflex, kurze Erlösung, abdocken, schreien. Ich kenne das so von Elsa garnicht. Sie konnte man immer mit der Brust beruhigen, sie hat es geliebt. Entspannt und innig. Nicht so bei Niklas.

Tausende Erklärungen gesucht: das sind bestimmt die Zähne, das ist bestimmt ein Schub, die Umwelt ist interessanter. Bestimmt von allem etwas. Aber es dauert jetzt schon 15 Wochen. 15 Wochen am Stück.

Nachts war das ganze allerdings immer viel besser und hat super geklappt, mittlerweile wird es auch nachts zum Kampf. Er möchte die Brust nicht, aber hat Hunger. Erst nachdem ich sie ihm regelrecht aufzwinge trinkt er. Schläft weiter. Das macht mich fertig. Ich bin ehrlich, ich möchte es so nicht mehr. Ich liebe das Stillen, aber ich bin mir nicht sicher ob ich ihm so einen Gefallen tue. Aus der Flasche mit abgepumpter Milch trinkt er super, ohne Jammern, er trinkt und ist glücklich.

Wehmütig bin ich. Und traurig. Niklas wird mein letztes Stillbaby sein und eigentlich wollte ich ihn entscheiden lassen wann er sich abstillt. Aber jetzt schon? Ist das wirklich alles ein Zeichen dafür? Oder mache ich was falsch? Ich verstehe es wirklich nicht und habe zum ersten Mal keine logische Erklärung.

Mein Entschluss:

Ich warte noch bis Ende des 26 Wochen Schubs, wenn es dann nicht besser wird werde ihm eine Flasche anbieten, nein keine Muttermilch sondern gekaufte. Und dabei wollte ich das nie, aber abpumpen ist für mich ein reiner Kampf und trotz Milchspenderreflex bekomme ich nur eine spärliche Menge raus. Das tue ich mir auf Dauer und im Alltag nicht an. Aber eigentlich kann ich doch stolz sein, 6 Monate voll gestillt. Ist doch super. Und nichts desto trotz habe ich ein Gefühl in gewisser Weise versagt zu haben.  Damit muss ich wohl leben. Wenn es ihm mit der Flasche besser gehen sollte und er glücklicher ist, ist das der Preis den ich gerne bezahle. Eigentlich könnte ich mich darüber ja auch ein bisschen freuen, mehr Freiheiten habe ich dann auch. Aber ob es mir das wert ist ?.

Ich werde euch auf dem laufenden halten.

 

Habt ihr ähnliches erlebt?

Related Posts

16 Comments

  • Reply
    Alex
    25. Oktober 2017 at 20:02

    Wurde schon mal geguckt ob er ein Zungenbändchen hat?
    Sprich doch einmal mit einer ausgebildeten Stillberaterin. Ich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht und meist gibt es eine ganz einfache Erklärung für solche Probleme.

    Alles Liebe egal welche Entscheidung du triffst.

    Alex

  • Reply
    Monja
    25. Oktober 2017 at 20:05

    Liebe Julia, ich habe den Bericht gelesen und will dir sagen auch das ist hier wieder sehr ähnlich (i bims, @monjamaria ?). Mit Kian konnte ich super entspannen, er war auch ein vorzeige Stillbaby. Und bei Alia war es lange genauso wie oben beschrieben. Nur Geschrei und vollgespritze ? aber es ist wieder besser seit kurzem. Das fällt mir jetzt ehrlich gesagt erst auf ? trotzdem wird diese Stillbeziehung nie an die erste heran kommen. ?

  • Reply
    Johanna
    25. Oktober 2017 at 20:12

    Hallo 🙂
    Bei uns ist es ganz genau so. Der Sohn trank immer gerne und gut, war wirklich immer zufrieden an der Brust. Zweites Kind – ein Mädchen – quält sich genau wie Niklas. Sie ist heute auf den Tag 7 Monate alt. Meine Vermutung ist: sie ist ungeduldig, mag nicht auf den Milchspendereflex warten, will die Milch sofort. Sobald die Milch fließt, ist auch alles gut. Deshalb nimmt sie abgepumpte Milchc natürlich gerne. Ich lege sie nun immer schon etwas früher an, damit der Hunger nicht so groß wird und sie etwas mehr Geduld beim saugen hat. Das hilft tatsächlich etwas. Was auch hilft: erst Brei (ist noch ganz neu hier), danach stillen, dann klappt es auch besser.

    Vielleicht hilft euch auch etwas davon?
    Ich drücke euch die Daumen!

  • Reply
    Birte
    25. Oktober 2017 at 20:23

    Raten würde ich dir, zu einer stillberaterin zu gehen oder eine kommen zu lassen. Wer weiß, was sie da vielleicht sieht.
    Ansonsten: 6 Monate sind super und ihr habt zusammen gekämpft. Versagt hast du nicht!
    Ich habe leider nicht genug Milchdrüsen und kenne dieses furchtbare Gefühl, nur eben anders. Man ist nicht die Mama, die das Kind braucht. Irgendwie so.
    Auch Pre macht Kinder groß. Ist keine Schande. Schade ist es, wie schnell wir uns schlecht fühlen wegen allem.

  • Reply
    Lisa
    25. Oktober 2017 at 20:37

    Hallo Julia, bevor ihr das Stillen aufgebt, wende dich doch an eine Laktationsberaterin 🙂 Meine hat mir schon so oft geholfen, und das seit mittlerweile 10 Monaten! Vielleicht hast du ja auch einen zu starken Milchspendereflex für Niklas…? Ferndiagnosen sind immer blöd 😉 Jedenfalls hat es mir geholfen, mich recht weit zurückzulehnen, dass die Milch nicht do rausschießt. Dieses Schimpfen kenne ich nur aus der „Brustschimpfphase“ mit 12 Wochen, da hat aber immer geholfen, sie in Stillposition mit einem Schnuller zu beruhigen, den dann rauszuziehen und zack die Brust rein. Viel Glück!!

  • Reply
    Sarah
    25. Oktober 2017 at 21:07

    Ich hatte mit meiner kleinen Lotta ähnliche Situationen . Es war immer mehr ein Kampf, obwohl ich immer genug Milch hatte etc.
    Sie wollte wenn überhaupt nur noch im Liegen gestillt werden. Nun ja das ist leider in der Öffentlichkeit meist schwer. Nach ewigem hin und her habe ich sie mit 8,5 Monaten abgestillt und sie hat es wunderbar gemacht. Seitdem sind wir beide wieder entspannter, obwohl ich auch noch länger gestillt hätte, aber eben nicht um jeden Preis.
    Du entscheidest dich sicher richtig. Hör auf deinen Bauch!

  • Reply
    Friedrike Bresan
    25. Oktober 2017 at 21:19

    Ohhh Julia, das geht uns hier genauso…. er Haar genau so…. immer ran und ab und an und viel Gemecker… ?! Ich habe es 5 Monate voll geschafft und wollte auch gern, ihn so lange voll stillen wie er es wünscht! Ich füttere nur bei Bedarf – nach! Bisher ist es nicht viel – aber er bekommt auch schon gut Brei – denn er auch schon echt sehr gern annimmt und auch isst! Mit fällt dies auch sehr sehr schwer- ich war so froh, dass T. alles super angenommen hat! Lg fühl dich gedrückt!

  • Reply
    famlifekraemer
    25. Oktober 2017 at 21:23

    Liebe Julia. Das erinnert mich an die Anfangszeit mit Lena.
    Mir wurde für Lena im Krankenhaus bereits ein Stillhütchen angedreht. Da es das erstes Kind war, und ich unbedingt stillen wollte, und auch dachte dies klappt ohne Probleme, kannte ich mich mit stillhütchen nicht aus und lies dies zu. Wir haben dann vier Wochen mit Stillhütchen gestillt. Dann habe ich es auch ohne geschafft für dreieinhalb Wochen. Dann plötzlich kam die Phase, dass sie die Brust nur noch anschrie, an- und abdockte wie auch bei Niklas. An einem Nachmittag und am folgenden Vormittag trank sie überhaupt nichts mehr. Ich war ratlos und holte mir eine Milchpumpe. Vermutlich durch diesen Stress und den Versuch abzupumpen, pumpte ich nur 30 ml ab. Ich war fix und fertig und musste erstmal mit den Tränen kämpfen, da ich mir dachte, bei dieser geringen Menge kann sie ja nicht satt werden. An diesem einen Tag musste ich ihr Pre Nahrung geben, da sie ja nicht satt war/wurde. Wir hatten immer schon das Problem bei ihr, dass sie nur langsam an Gewicht zulegte, wöchentlich nur um die 90 bis 120g. Also pumpte ich jetzt 12 Wochen ab, die Milch reichte, aber es war eine harte Zeit. Ich wollte trotzdem unbedingt Muttermilch geben. Ich habe zwischendurch immer mal wieder versucht sie anzulegen, jedoch schrie sie die Brust immer wieder an. Jetzt höre ich auf und steige um auf Pre Nahrung. Es hat lange gedauert, mir einzugestehen, dass es so nicht weitergehen kann. Lena ist jetz gerade  4,5 Monate und wiegt erst 5.5 kg und ist 65cm groß (Geb.gew. 3,2kg, 51cm). Beim zweiten Kind hätte ich auch keine Zeit mehr abzupumpen und müsste es vorweg anders lösen. Ich wünsche dir viel Kraft und hoffe, dass es bald besser wird oder du einen anderen Lösungsweg für dich findest. Alles Liebe Sieglinde, famlifekraemer

  • Reply
    Igelmama
    25. Oktober 2017 at 23:10

    Bei uns war es ganz ähnlich. Eigentlich immer ein Kampf. Und wenn ich jetzt anderen Müttern erzähle dass mein Mädchen nicht gern an der Brust getrunken hat merke ich, dass sie mir nicht glauben.
    Ich hatte leider tatsächlich irgendwann sehr wenig Milch und habe mich noch zusätzlich gestresst ob sie überhaupt satt wird. Abpumpen hat auch fast gar nicht funktioniert weil ich so lange brauchte um eine Mahlzeit zu ersammeln. Das hat mich zusätzlich unflexibel gemacht.
    Die Breikosteinführung hat dann Erleichterung gebracht und so habe ich immerhin 9 Monate durchgehalten.
    Ich hoffe, dass es bei mir andersherum ist und mir Baby#2 irgendwann mal zeigt dass stillen einfach sein kann.
    Egal wie du dich entscheidest… Es wird für euch funktionieren!

  • Reply
    Mandy Sch.
    26. Oktober 2017 at 08:27

    Guten Morgen, jetzt wo ich deinen Beitrag so lese, war es hier oft auch so. Nur kam dazu, dass mein Kleiner jegliche Flaschen abgelehnt hat. Ob mit Mumi oder pre. Aber an der Brust wurde ganz oft geschrien, sodass ich ihn ständig zwischendrin durch herumtragen beruhigen musste. Habe aber immer gedacht, das ist halt so – bzw das zahnen oder so. Habe dann erst abgestillt, als er mich mit 5,5 Monaten nur noch mit Seine zwei Zähnchen gebissen hat. Und plötzlich nahm er auch die Flasche .

  • Reply
    Angelina D.
    26. Oktober 2017 at 15:25

    Ja. Ich hatte das auch. Allerdings nur zwei Monate. Es ist besser geworden. Ich bin mit Tränen zu meinem Mann und habe ihm gesagt, auch wenn es mir in der Seele wehtut, ich möchte Abstillen. Aber ich habe es nicht gemacht, ich habe meine letzte Geduld zu einem Haufen gequetscht und mir diese Zeit genommen und auch Milan diese Zeit gegeben- Ja, das muss auch mal sein – und Milan jede halbe Stunde an die Brust genommen. Es ist wieder besser geworden und ich bin überglücklich, dass es doch klappt und mittlerweile ist es das einfachste um ihn zu beruhigen, wenn er weint.
    Gib nicht auf und halte durch ❤ LG Angelinaa_._

  • Reply
    Nora
    26. Oktober 2017 at 17:26

    Hi Julia,
    vielleicht hat der Kleine eine Saugverwirrung? Wenn du sagst er trinkt an der Flasche gut könnte das ja evtl sein..
    Würde auch ne Stillberaterin kontaltieren, damit ihr noch solange durch haltet, um die Beikost unter dem Schutz der Muttermilch einzuführen.
    Wir hatten zwischendurch auch Wochen, wo ich meinen Kleinen fast zwingen musste, die Brust zu nehmen, das war zum Glück nur kurz und nicht so lang wie bei euch, ich drück auf jeden Fall die Daumen, dass ihr eine für euch passende Lösung findet.

  • Reply
    Kristina Dinges
    27. Oktober 2017 at 10:01

    Dein Gefühlschaos kann ich verstehen. Ich habe erst ein Baby und er ist nun 3 1/2 Monate und wir genießen das Stillen. Ich möchte ihn entscheiden lassen, wann er sich abstillen möchte. Aber das es auch so kommen kann, hört sich nicht so schön an.

    Falls du Lust hast schau doch gerne auf meinem Blog und auf Instagram vorbei 🙂

  • Reply
    sarah
    29. Oktober 2017 at 16:54

    Machst du auch einen Post wie man abstillt? Das wäre toll!!!!

  • Reply
    Sophie
    1. November 2017 at 06:19

    Interessanter Beitrag und interessante Kommentare. Bei uns war es genauso, nur dass es mein erstes Kind war und man dann natürlich immer noch permanent diese Selbstzweifel hat. Das hat mich fertig gemacht. In meinem Umfeld hat es bei allen irgendwie geklapp, nur bei mir nicht. Eine Zeit lang wollte sie nur im stehen oder nur im liegen, in der Öffentlichkeit ging es gar nicht… Nachts war es bei uns auch meistens problemlos. Da das abpumpen nicht geklappt hat, musste ich früh mit Pre zufüttern, so hat sie sich nach und nach selbst abgestillt. Mit fünf Monaten wollte sie dann gar nicht mehr an die Brust. Ich erwarte jetzt das zweite und bin gespannt, wie es klappt, aber ich habe für mich beschlossen, wenn es mir und dem Kind damit nicht gut geht, höre ich auf. Ich möchte mich nicht nochmal 5 Monate quälen. Aber versuchen möchte ich es auf jeden Fall.

  • Reply
    Melina
    17. Januar 2018 at 10:53

    Liebe Julia,
    kann deine Gedanken und Gefühle sehr gut verstehen!
    Aber Stillen soll ja auch für beide schön und gut sein! Daran glaube ich ganz fest! Wenn sich einer von beiden „unwohl“ fühlt, hat es wohl einen Grund!?
    Und du weißt es ja eigentlich auch gut genug 🙂
    Du hast schon so tolle Sachen übers Stillen geschrieben!
    Anderes Kind, andere Stillgeschichte 😉
    Ich glaube es ist in der Tat eher die Enttäuschung, weil man es sich selbst vorher anders vorgestellt hat!
    Aber das ohne es mit Baby „abzusprechen“! 😉
    Du machst das alles so toll!
    Ich denke an euch!

  • Leave a Reply

    *